Das Eierlesen

Traditionell veranstalten die Hexen von Kirchzarten das Eierlesen am Ostermontag auf der Campingwiese in Kirchzarten.
Dieser Brauch, der seit 1935 in Kirchzarten gepflegt wird, war früher über
ganz Südwest-Europa verbreitet. Es ist dies ein interessanter Wettkampf zwischen einem „Eierleser“, der über eine Strecke von 70 bis 80 Meter 100 Eier einzeln einsammeln muss. Gegen ihn läuft der „Läufer“, der eine Strecke von ca. 5 Kilometer zurücklegen muss.
Um die Sache etwas zu erschweren, muss er auf dem Weg in 4 Gaststätten einkehren und in jeder ein „ Viertele“ trinken.
Damit alles seine Richtigkeit hat, wird er zur Kontrolle von einem Reiter begleitet.
Die Gewinnchancen des Eierlesers ändern sich dauernd durch das Eingreifen von Dieben und des Polizisten.
Das Spiel entstand als eingekleidete Rechenaufgabe zur Erklärung der Summenformel für die endliche arithmetische Reihe. Diese Aufgabe findet sich zum ersten Mal im „Rechenbuch auf den Linien und mit Ziffern“ des Frankfurter Rechenmeisters Simon Jakob von Coburg,
das seit 1557 in zahlreichen Auflagen erschienen und heute noch in der Freiburger Universitätsbibliothek greifbar ist. Später wurde das Spiel von den Jesuiten aufgegriffen,
die seine Nachahmung ausdrücklich empfahlen.

Eierlesen Bild